Die Geburtsstunde des Vereins Kulturinitiative Soltau e.V. liegt im Jahre 1982. Die Gründung hat eng mit dem Spannungsfeld zu tun, in dem sich viele auf dem Lande Lebende befinden: einerseits die übersichtlichen Strukturen zu genießen, die direkten Beziehungen zu anderen Menschen; aber andererseits auch die kleinstädtische Enge, die folkloristische Tradition und mangelnde kulturelle Vielfalt. Eine ganze Reihe Veranstalter boten in Soltau Kulturelles an, doch dominierten die tradierten Veranstaltungen stark. Einflüsse aus den gesellschaftlichen Bewegungen der 60er und 70er Jahre waren kaum präsent, waren aber für viele, die außerhalb studiert, gelernt und gelebt hatten, so bedeutsam.
Fanden wir uns also nicht wieder im kulturellen
Angebot, so sollte die Gründung der Kulturinitiative Möglichkeiten
des a n d e r e n Programms eröffnen. Eine kleine Gruppe begann mit
einer Rockveranstaltung, einem Kabarett und Lesungen, mit Kinder- bzw.
Schultheater, die Planungen umzusetzen.
Die Gründungsversammlung am 24.11.1982 gab
dann der Gruppe einen Rahmen. Am 10.2.1983 wurde der Verein Kulturinitiative
Soltau e.V. in das Vereinsregister beim Soltauer Amtsgericht eingetragen;
am 19.9.1983 wurde durch das Finanzamt Soltau die Gemeinnützigkeit
anerkannt. "Zweck des Vereins ist die Initiierung und Förderung einer
umfassenden und ständigen Kulturarbeit, die zur Demokratisierung der
Gesellschaft beitragen soll. Dazu führt der Verein Veranstaltungen
aller Art durch, die sich kritisch mit bestehenden Lebens- und Machtverhältnissen
auseinandersetzen." So heißt es im Absatz 2 des §2 der Satzung
des Vereins und damit ist die inhaltliche Orientierung deutlich ausgedrückt.
Die Mitgliederzahl stieg binnen kurzer Zeit auf
rund 100 und hält sich auf dieser Höhe über die Jahre. Die
Mitglieder kommen zu ca. zwei Dritteln aus der Stadt Soltau, der Rest aus
dem Landkreis. Diese Mitglieder sorgen mit ihren Beiträgen für
einen finanziellen Grundstock, mit dem der in der Satzung festgelegte Aktivenrat
planen und arbeiten kann. Dabei handelt es sich um das wichtigste Gremium
des Vereins überhaupt. In dieser für alle Interessierten offenen
Arbeitsgruppe werden Angebote geprüft und beraten, Veranstaltungen
geplant und koordiniert sowie die zur Realisation nötigen Aufgaben
verteilt. Dazu gehören dann das Aushandeln der Verträge, Verteilen
der Plakate, Schreiben von Zeitungsartikeln, Organisieren von Aufbauhilfen,
Catering, Übernachtung und anderes mehr. Die Veranstaltungen werden
in der Regel von einem Mitglied des Aktivenkreises verantwortlich betreut,
welches sich dann um die nötige Unterstützung zu kümmern
hat.
Die Veranstaltungen werden halbjährlich in
dem Veranstaltungsblatt KALEIDOSKOP vorgestellt. Dieses wird mit Anzeigen
Soltauer- und auch auswärtiger Geschäfte finanziert und kostenlos
ausgelegt. Seit dem 1. März 2000 ist es auch im WorldWideWeb unter
der URL www.kulturinitiative-soltau.de zu finden.
Die Veranstaltungen finden im Tanzsaal "Neuen Haus",
der Bibliothek Waldmühle und der Aula des Gymnasiums statt. Es besteht
seit langem der Wunsch, einen geeigneteren Ort für Veranstaltungen
zu haben, der eine kleine Bühne und Platz für ca. 150 Zuschauer
bietet.
An den Soltauer Ferienpaß Aktionen beteiligt
sich die KI seit Jahren; ebenfalls am Stadtfest und an der "Soltauer Sommer
- Treffpunkt Hagen" Reihe. Mehrere Veranstaltungen wurden in Zusammenarbeit
und Mithilfe anderer Soltauer Zusammenschlüsse realisiert und organisiert.
Hier seien Stadtjugendring, Kinderschutzbund, Ambulante Hilfe und die Multiple-Sklerose-Selbsthilfe-Gruppe
genannt.
In den Jahren des Bestehens hat sich eine gewisse
Akzeptanz eingestellt, schließlich hat die Kulturinitiative bewiesen,
daß
sie weder eine Eintagsfliege ist noch - wie anfangs
befürchtet - das Rathaus den Hausbesetzern übergeben wird.
Und es haben sich auch andere geändert: vorbei
die Zeit, in der der Zeitungsredakteur nicht zwischen Transvestiten und
Travestieshow zu unterscheiden wußte, oder
über jeder Veranstaltung das geheime Auge der öffentlichen Ordnung
wachte.
Kulturell zumindest hat sich eine Vielfalt über
Hautfarben und Ansichten hinweg entwickelt.
Eine Vielzahl von Akteuren hat die Kulturinitiative
Soltau in die Stadt geholt. Bekannte Namen wie Wolf Biermann, Pe Werner,
Lydie Auvray, Tannahill Weavers und Degenhardt; Ungewöhnliches wie
die Musik von Golea und Kramer oder
Radio Noisz Ensemble, zu denen nur eingefleischte
Freaks den Weg fanden; verkannte Größen wie das Brandungstheater
oder Barbara Kellerbauer.
Nicht zuletzt gelang es den "verlorenen Sohn der
Stadt" - Klaus Lage - zu einem Konzert vor vollem Haus zu präsentieren.
Und Franko-Kanadische-, Afro- oder Reggae Gruppen
brachten das Publikum noch jedesmal zum Schwingen.
KULTURINITIATIVE SOLTAU E.V.
Breidingstrasse 25
29614 Soltau